Fast 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger konnte die CDU-Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking (MdL) bei der CDU-Fachtagung zum Thema „Asyl, Migration, Integration“ in Mettingen begrüßen.

Zunächst gab Landrat Dr. Klaus Effing einen guten Überblick, wie Kreis und Kommunen bisher die Probleme im Bereich „Asyl“ bewältigt haben. Das Amt für Zuwanderung, Aufenthalt und Integration des Kreises betreut rd. 33.000 Ausländerinnen und Ausländer.

Nur knapp 10% sind dem Bereich „Asyl“ zuzuordnen. Seit 2016 gibt es in der Kreisverwaltung zudem das Kommunale Integrationszentrum mit 14 Stellen. Hier werden Integrationsangebote entwickelt, die bisher bereits über 10.000 Menschen erreicht haben. Besonders stolz sei er auf die erfolgreiche Integration von fast 1600 Flüchtlingen durch das JOB-Center in den Arbeitsmarkt seit 2017. Dies zeige die große Leistungsbereitschaft und den Integrationswillen der zu uns geflüchteten Menschen.

Mit großer Leidenschaft und Kompetenz vertrat die zuständige Staatssekretärin Serap Güler aus der NRW-Landesregierung ihre Standpunkte zur Asylpolitik:
• Kriminelle und Gefährder müssen konsequent abgeschoben werden
• Jeder, der seine Chance nutzt und seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit sichert, sollte bleiben dürfen
• Nur diejenigen können bleiben, welche die Kriterien für Asyl nach dem Grundgesetz erfüllen, nicht jeden, der in Deutschland leben möchte, können wir hier aufnehmen
• Teilweise konnten Abschiebehemmnisse beseitigt werden, aber zahlreiche notwendige Abschiebungen konnten nicht erfolgreich durchgeführt werden, teilweise auch deshalb, weil Pässe absichtlich vernichtet wurden und Ersatzpapiere aus den Herkunftsländern schwer zu beschaffen sind
• Es müssen mehr Integrationskurse (besonders Sprache) verpflichtend und zeitnah nach der Entscheidung über den Asylantrag durchgeführt werden
• In 12 Kommunen werde derzeit ein Case-Management erprobt um die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden, Ämter und zivilgesellschaftlichen Akteure besser zu vernetzen und um schneller Lösungsansätze zu finden, da wo es hakt. Ab 2020 soll dies in ganz NRW stattfinden, dafür werden pro Jahr 25 Mio € im Haushalt eingeplant
• Es muss bei allen Entscheidungen Maß und Mitte gewahrt bleiben. Wie bei uns Deutschen gibt es auch bei den zu uns kommenden Flüchtlingen „gute“ und „schlechte“ Menschen.
• Wir müssen jedem Menschen unvoreingenommen und mit Respekt begegnen
Frau Teresa Wedderhoff, zuständige Mitarbeiterinnen in der Gemeindeverwaltung Mettingen, berichtete, wie konkret vor Ort die bisher 350 Flüchtlinge aufgenommen, untergebracht und versorgt werden. Otto Nienhoff vom Arbeitskreis Asyl in Mettingen berichtete eindrucksvoll vom großen ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger. Man habe ein Begegnungszentrum eingerichtet, ein Möbellager für gebrauchte Einrichtungsgegenstände geschaffen, Sprachkurse wurden durchgeführt, eine Fahrradwerkstatt wurde zusammen mit dem Heimatverein eingerichtet. Wie in zahlreichen anderen Gemeinden im Kreis Steinfurt habe man den teilweise hilflosen Menschen Respekt vermittelt und sehr konkret beigestanden, damit sie sich in einer für sie völlig fremden Kultur und Gesellschaft zurecht finden konnten.
In der sich anschließenden Diskussion wurden sehr konkrete Fälle geschildert, wo man auf Unterstützung von Bund und Land hofft. Serap Güler notierte sich jede Anregung und versprach, sich darum zu kümmern.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag