„Innere Sicherheit ist mehr als die Verbrecherjagd“, leitete Christina Schulze Föcking den gemeinsamen Dialog zwischen dem Minister und den Zuhörern der Videokonferenz.
Zu Beginn betonte Herbert Reul die Bedeutung der inneren Sicherheit: „Die Frage, ob man sich sicher und wohl fühlt, macht unglaublich viel aus.“ Die Grundidee des Rechtsstaates funktioniere nur, wenn man gewisse Regeln habe und hier müsse ab und zu jemand aufpassen, umschrieb der Innenminister die Aufgabe seines Ministeriums. „Probleme müssen benannt und angepackt werden. Dabei darf aber nicht versprochen werden, dass sie von heute auf morgen gelöst werden können. Nur so schaffen wir Vertrauen,“ führte Reul weiter aus.

Zu rechtsextremen Verdachtsfällen in der Polizei sagte der Innenminister: „Nach heutigem Stand ist es nicht so, dass die Polizei von Rechtsextremen unterwandert ist.“ Es handele sich um ein quantitativ überschaubares und nicht um ein strukturelles Problem innerhalb der Polizei, gegen das er weiterhin mit aller Kraft vorgehen werde.
Weiter führte er aus, dass sich die Polizei in Zukunft umstellen müsse: „Wir brauchen zunehmend virtuelle Wachen, denn im Netz findet unglaublich viel Kriminalität statt. Hier müssen wir aufholen und investieren in Fachpersonal in Form von Spezialisten, die Ausstattung und der digitalen Infrastruktur. Zudem müssen wir auch über rechtliche Instrumente und die Regelung von neuen Gesetzen reden,“ erläuterte der Innenminister und ergänzte, dass es dazu innerhalb der Polizei zum Beispiel durch Weiterbildungen oder einem bereits sehr viel Wissen gebe, das genutzt werden müsse. „Wir brauchen ein System, damit dieses Fachwissen aufgedeckt wird und dann auch genutzt werden kann.“
Im Verlauf des Abends beschrieb Herbert Reul sein Vorgehen gegen die Clankriminalität: „Viele Clans sind seit Jahrzehnten da. Dieses Thema hat die Vorgängerregierung jahrelang ignoriert.“ Das habe sich unter ihm geändert: „Razzien in Bars wirken auf den ersten Blick eher wie Kleinigkeiten, sind im Gesamten betrachtet aber sehr wirkungsvoll, weil hier immer wieder Nadelstiche gesetzt werden.“

Aus diesem Grund haben Innen- und Finanzministerium gemeinsam eine Task Force für die Ermittlungsarbeit ins Leben gerufen. Diese Zusammenarbeit zwischen den Behörden sei unglaublich wichtig und funktioniere sehr gut. „Systematische Erkennen und Anpacken ist in jedem Fall zielführend,“ fasste Herbert Reul zusammen.

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