CDU-Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking MdL hatte ihren früheren Kabinettskollegen Prof. Andreas Pinkwart, zuständig für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie eingeladen, um zusammen mit dem Handwerkskammerpräsident Hans Hund und der Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung im Kreis Steinfurt über den Wettbewerb der Regionen in Europa zu diskutieren.

In der gut gefüllten Wettringer Bürgerhalle überzeugte Pinkwart mit seinem Engagement für mehr Entwicklungsmöglichkeiten in den Kommunen durch den gerade neu veränderten Landesentwicklungsplan, mit seinem deutlichen Bekenntnis zum Ausbau der regenerativen Energien und seinem Ziel, dass NRW bis 2050 klimaneutral sein soll. Insbesondere im Bereich der Photovoltaik könne man durch Effizienzsteigerung noch viel Potential ausschöpfen. Der Ausbau der Windenergie müsse umwelt- und menschengerecht erfolgen. Große Chancen biete auch die Nutzung des Wasserstoffs, den man in vorhandenen Kavernen speichern könne. Die Energiewende sei bisher für den Bürger sehr teuer gewesen, das Steuer- und Abgabensystem müsse vereinfacht, die Genehmigungsverfahren beim Bau regenerativer anlagen beschleunigt und bei Konfliktlagen die Bürger von den Vorzügen der Projekte überzeugt werden.

Bis 2030 soll NRW zum umweltfreundlichsten Bundesland werden, dazu sind mehr Forschung, mehr Wissenschaftler und Bildung erforderlich. Das Hochschulfreiheitsgesetz habe die Universitäten beflügelt, bei der Exellenzoffensive sei NRW auf dem ersten Platz, besonders erfolgreich sei die UNI Münster gewesen. Pinkwart begrüßte die Entscheidung, das neue Batterieforschungszentrum in Münster zu bauen. Dafür werde der Bund 500 Mio € und das Land zusätzlich 200 Mio € bereit stellen. Bereits jetzt haben weltweit 75 bedeutende Firmen ihr Kooperationsinteresse bekundet. Mit Spitzenforschung könne man die Unternehmen in der Region beflügeln und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Der Minister lobte die guten Rahmenbedingungen im Münsterland und besonders auch im Kreis Steinfurt. Eine vorbildliche Zusammenarbeit von mittelständischen Firmen mit den Hochschulen und die zentrale Lage des Münsterlandes in Europa würden den hier wohnenden Menschen hervorragende Chancen für die Zukunft bieten.

Präsident Hund betonte, dass gerade die kleinen mittelständischen Betriebe im Handwerk das Rückgrat des Arbeitsmarktes im Münsterland seien. Die Betriebe im Münsterland würden anpacken und gegenwärtig rd. 9500 junge Menschen mit 90 Nationalitäten ausbilden. Innovation, Attraktivität und ein starkes Europa seien die zentralen Themen des Handwerks im Münsterland. Hund beklagte die überbordende Bürokratie, die oft nicht mehr nachvollziehbar sei und unnötige Kosten verursache. Die zentrale Frage sei aktuell: Wie können wir junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung begeistern? Wie können junge Menschen unvoreingenommen einen guten Überblick über die Berufsbilder erhalten? Ausdrücklich lobte Hans Hund den Markenbildungsprozess im Münsterland. Die Menschen leben hier gut und gerne und finden oft ortsnah interessante Arbeitsplätze. Die schulische Bildung müsse auch im ländlcihen Bereich qualitativ weiter entwickelt werden, Das Handwerk stehe geschlossen zu Europa und zum europäischen Binnenmarkt, der den freien Warenverkehr sichert und erheblich zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen beigetragen habe.

Abschließend referierte Birgit Neyer von der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurts in Vertretung des erkrankten Landrates Klaus Effing über die Aufgaben und Projekte in der Wirtschaftsförderung. In den vergangenen 10 Jahren habe man mehr als 30.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Kreis Steinfurt gewinnen können. Mit 3,9 % habe Steinfurt die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in NRW. Allein 2018 konnten ca. 48 ha neue Gewerbeflächen vermarktet werden. Weiter erläuterte Neyer die Arbeitsschwerpunkte „Digitalisierung“ , „Fachkräftegewinnung“ und „Standortprofilierung“.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Teilnehmer die informativen Vorträge. In der sich anschließenden Diskussion gab es reichlich Wortmeldungen, am meisten gefordert war natürlich Minister Pinkwart, der insgesamt 4 Stunden in Wettringen verbrachte und gut gelaunt nach Düsseldorf zurück fuhr.

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