Bei einer gut besuchten digitalen Veranstaltung des CDU-Kreisverbands Steinfurt im Rahmen der Reihe "Eine Stunde mit..." hat NRW-Minister Karl-Josef Laumann unter anderem über Fragen zur Impfreihenfolge und zur Corona-Teststrategie, aber auch über aktuelle Arbeitsmarkt-Themen informiert.
"Ich halte es für denkbar, dass wir ab Juni die Impfreihenfolge in NRW aufgeben könnten", sagte der Gesundheitsminister. Voraussetzung sei, dass es - wie von den Herstellern angekündigt - dann deutlich mehr Impfstoff gebe. Das Impfsystem müsse dann auch für Betriebsärzte geöffnet werden.

"Wir machen in NRW Riesenfortschritte beim Impfen", bekräftigte Laumann. Ihm sei zudem wichtig, dass die große Gruppe der chronisch Kranken und Berufsgruppen, die besondere Risiken tragen, geimpft würden, bevor die Impfstoffe für alle freigegeben werden: "Verkäuferinnen und Kassiererinnen haben ihren Job gemacht, als wir noch nicht mal Masken für sie hatten, und deshalb werden sie zeitnah ein Impfangebot bekommen - dafür werde ich sorgen!"
Er wies daraufhin, dass Menschen mit besonderen Vorerkrankungen der Priorität 2 seit Freitag, 30. April 2021, Impftermine buchen können. Dazu gehören unter anderem Menschen mit Trisomie 21, Demenz oder geistigen Behinderungen sowie krebskranke Menschen und Menschen, die unter schweren chronischen Lungen- oder Nierenerkrankungen leiden. Sie müssen ein entsprechendes Attest zum Impfzentrum mitbringen.
Obwohl NRW beim Impfen mit riesigen Schritten vorankäme, mahnte der Minister weiterhin zur Vorsicht: "Wir sind nach wie vor in einer Phase, in der wir mit aller Kraft versuchen müssen, so viele Kontakte wie möglich zu vermeiden." Neben dem Impftempo sei das Testen sehr wichtig. In keinem Bundesland werde so viel getestet wie in NRW. In den 7000 Teststellen werden täglich bis zu 350.000 Menschen getestet, freitags sogar bis zu 450.000.
Laumann, der auch Arbeits- und Sozialminister in NRW ist, ging auch auf aktuelle Arbeitsmarkt-Fragen ein. Er hob hervor, dass es in NRW seit Jahresbeginn die vollständige Schulgeldfreiheit bei der Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen gibt. Davon profitieren 8400 Auszubildende in den Bereichen Ergotherapie, Logopädie, Medizinisch-technische Assistenz, Pharmazeutisch-technische Assistenz, Physiotherapie und Podologie. "Wir machen das jetzt bei uns, denn ich wollte nicht länger auf eine Bundesregelung warten." Das Land übernimmt rückwirkend zum Jahresanfang das Schulgeld, das die Ausbildungsstätten erheben, zu 100 Prozent und stellt dafür rund 43,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Bei Ärzten und Apothekern bezahlt der Staat das Studium. In den Gesundheitsfachberufen müssen die jungen Leute ihre Ausbildung vielfach aus eigener Tasche bezahlen. Damit ist in NRW jetzt Schluss und das macht die Ausbildung in diesen tollen Berufen, die für unsere Gesellschaft immer wichtiger werden, deutlich attraktiver", betonte Laumann.
Die CDU-Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking bedankte sich für die aktuellen Informationen und sagte: "In all unseren Gesprächen vor Ort erfahren wir, wie sehr die Menschen in dieser Krise Karl-Josef Laumann vertrauen." Sie bestärkte Laumann in dem Ziel, den Menschen, wenn es irgend ginge, bei fortschreitenden Impfungen und wenn es wärmer werde, auch wieder mehr Aktivitäten draußen zu ermöglichen.

Vorheriger Beitrag